An den Ufern des Nils

Die Wüste bedeckt mehr als 90 % der Fläche Ägyptens. Das "Rote Land" erlaubte nur kleine Siedlungen in Wadis (kleine Flusstäler) oder Oasen. Die Ägypter lebten deshalb an den Ufern des Nils oder an Kanälen, die vom Fluss abzweigten.
Man nannte Ägypten wegen des dunklen Nilschlamms "Kemet", das "Schwarze Land". Ohne dessen Fruchtbarkeit gäbe es keine ägyptische Kultur. Bis in die jüngste Zeit wurde das Leben in Ägypten vom Ackerbau bestimmt.
Das bäuerliche Jahr begann mit der Nilflut, wenn der Fluss riesige Mengen an Schlamm mit sich führte und in Ägypten ablagerte. Er wird vom Blauen und Weißen Nil gespeist, die nördlich von Khartum im Sudan aufeinandertreffen. Sank der Nil, dann säten die Bauern die Getreide Gerste und Emmer, und man hatte gewöhnlich eine gute Ernte.
Pharaonen

Der König war nicht nur die mächtigste und wichtigste Person in Ägypten, man hielt ihn sogar für einen Gott. Die Bezeichnung Pharao läßt sich auf eine respektvolle Anrede des Königs als "Großer Palast" (per-ao) zurückführen. Die Königin wurde ebenfalls als Göttin betrachtet und bekam den Titel "Große Königliche Gemahlin". Sehr selten regierten Frauen alleine das Land. Es gab nur eine Ausbildung der Prinzen, um sie auf die Königswürde vorzubereiten. Manchmal ernannte der regierende König seinen Erben zum Mitregenten, damit die Machtübernahme nach seinem Tode problemlos vonstatten ging.

Ramses der Grosse

Rames der Grosse
Im 13. Jahrhundert v. Chr. regierte Ramses II. in Ägypten 67 Jahre lang.
Er baute mehr Denkmäler und stellte mehr Statuen auf als jeder andere Pharao.
Zu seinen Bauten gehört auch der Totentempel, "Ramesseum" genannt, aus dem diese Statue stammt.
Das königliche Kopftuch nennt man "Nemes", darüber erkennt man eine Schlangenkrone.
Echnaton und Nofretete 

In Echnatons Regierungszeit wurden die traditionellen ägyptischen Götter vernachlässigt, nur der Sonnengott „Ra“ sollte verehrt werden.

Echnaton
Nofretete
Echnaton gründete eine neue Hauptstadt und schloss die Tempel anderer Götter.






Die Königin Nofretete half ihrem Gemahl,
den Kult des Sonnengottes Aton einzurichten.
Tutanchamun


Tutanchamun
Dieser Herrscher kam schon mit neun Jahren auf den Thron. Als er an die Macht kam, führte er die Kulte der alten Götter wieder ein, die sein Vorgänger der Pharao Echnaton vernachlässigt hatte. Das Volk fand zum alten Glauben zurück. Die Namen der Pharaonen Echnaton und Nofretete wurden aus den Inschriften entfernt und ihre Tempel wurden niedergerissen.


Diese berühmte goldene Maske von Tutanchamun
wurde in seinem Grab entdeckt.

Das Geheimnis der Sphinx

Die Ägypter verbanden mit dieser Figur positive Eigenschaften.

Ihr Kopf stellte den Pharao dar, der Löwenkörper wies auf den Sonnengott Re und die Bedeutung des Königs als dessen Sohn hin.

Die Stärke des Löwen sollte zugleich die Macht des Herrschers demonstrieren.


Leben nach dem Tod

Die Ägypter fürchteten den Gedanken, daß eines Tages die Welt nicht mehr existieren könne.
Ihr Glaube an die Macht der Magie führte zu einem Totenkult, der ihr Überleben für immer sichern sollte. Dazu gehörte die Konservierung des Körpers.


Die Balsamierer brachten den Leib zum "Schönen Haus", wo sie arbeiteten. Sie öffneten die linke Körperseite und entfernten alle Organe. Dann konservierte man den Leib mit Natron, um die Verwesung zu verhindern. Danach stopfte man trockenes Material wie Blätter oder Sägemehl hinein und umwickelte den toten Körper mit Leinenbinden.
Nach der Einbalsamierung legte man die Mumie in den Sarg. Der Körper würde dann, so nahm man an, nie vergehen.
Mumie mit Sarkophag


Man dachte, nach dem normalen Tode würden seelenähnliche Wesen weiterleben. "Ka", ein Doppelgänger des Körpers, sollte den Toten wieder zum Leben erwecken.

Anubis - Schutzgott der Einbalsamierer

Ein anderes Wesen war der "Ba" mit dem Kopf des Verstorbenen und dem Körper eines Falken. Die Mumifizierung sollte einen niemals vergehenden Körper aus dem Leichnam machen und für den „Ka“ eine Bleibe im Jenseits schaffen.
Ba - dargestellt als Falke mit Menschenkopf


Die großen Pyramiden

Die erste Pyramide wurde als Begräbnisstätte des Königs Djoser um 2630 v. Chr. von dem genialen Architekten „Imhotep“ gebaut. Wegen ihrer 6 Stufen nennt man sie Stufenpyramide. Der König sollte über diese gigantische Treppe zum Sonnengott in den Himmel steigen.
Andere Könige hatten danach ebenfalls Stufenpyramiden, aber zur Zeit des Königs "Snofru" wurde die bekannte Pyramidenform entwickelt. Mit dem Bau einer Pyramide wollte man den Urhügel nachbilden, der aus dem Wasser der Urzeit herausschaute. Auf diesem Urhügel habe der Sonnengott „Ra“ gestanden und die anderen Götter und Göttinnen geschaffen.






Die größte Pyramide wurde für König „Cheops“ um 2520 v. Chr. gebaut. Die Pyramiden sollten die Körper der Könige schützen, die in ihrer Mitte zur letzten Ruhe gebettet wurden.
Große Granitblöcke und irreführende Gänge sollten die Räuber vom reichen Grabschatz ablenken. Aber schon um 1000 v. Chr. waren die meisten Pyramiden ausgeraubt.



Die Cheops-Pyramide zählt zu den sieben Weltwundern und besteht aus mehr als 2,3 Millionen Kalksteinblöcken, die zwischen 2,5 und 15 Tonnen wiegen. Die Baumeister benutzten Hebestangen, Flaschenzüge oder andere Maschinen, um die Steine zu heben. Man brauchte wohl an die 20 Jahre, um die Cheops-Pyramide zu bauen. Für den Bau gab es ein ständiges Heer von Handwerkern und Arbeitern. Während der jährlichen Überschwemmungzeit wurden die Bauern, die wegen der Überschwemmung ihre Äcker nicht bearbeiten konnten, ebenfalls zum Bau eingezogen.
Das Tal der Könige

Das Zeitalter der Pyramiden endete um 2150 v. Chr. Beinahe alle späteren Pharaonen von Thutmosis I. bis Ramses XI. wählten ein Grab im Tal der Könige. Abseits vom Fruchtland lag das Tal in den Bergen westlich vom Nil.


Im engen Taleingang konnten Wächter postiert werden. Einige Gräber lagen hoch im Felsen. Das war ein Versuch, den Zugang zum Grab zu verbergen. Andere Gräber wiederum wiesen reich verzierte Eingänge auf und waren deshalb leicht erkennbar.
Der gewöhnliche Grundriss eine Grabes sah einen langen Gang vor, der als "Weg des Sonnengottes" bekannt ist. Am Ende des Ganges gab es einen Brunnen, um Regenwasser aufzunehmen. Dahinter lag die "Goldene Halle" mit dem Grab des Königs. Die Grabausstattung des Tutanchamun mit wertvollen Grabbeigaben ist die einzige, die den Grabräubern entging.

Götter und Göttinnen

Die Ägypter verehrten Hunderte von verschiedenen Göttern und Göttinnen, und es ist manchmal schwierig, sie voneinander zu unterscheiden. Viele Götter werden durch Tiere verkörpert. Jede der 42 Regionen in Ägypten hatte seinen eigenen Götter. Fast überall in Ägypten war jedoch der Sonnengott „Ra“ die wichtigste Gottheit. 



Ra als Falke mit Sonnenscheibe auf dem Kopf


Er konnte verschiedene Formen annehmen. Am Morgen konnte er Skarabäus „Chepre“ sein, der die Sonnenscheibe über den östlichen Horizont rollt.
Chepre

Zur Mittagszeit wurde die Sonne zu „Re-Harachte“, dem großen, im Himmel schwebenden Falken.
Re-Harachte

Er war verantwortlich für die Schöpfung der Menschen und Tiere, für die Fruchtbarkeit des Bodens und ebenso für die Fahrt des Königs durch die Unterwelt.


Als „Aton“ war er König der Götter und Schützer des Pharaos, wenn dieser einen Feldzug führte.
Aton

Die Kunst des Schreibens

Die Hieroglyphen bestehen aus ungefähr 700 Zeichen einer kunstvollen Bilderschrift. Hieroglyphen benutzte man auf Steindenkmälern, in Tempeln und Gräbern und für ein religiöses Schriftstück.


Man konnte sie von rechts nach links, links nach rechts oder von oben nach unten schreiben.
Verträge, Briefe und Geschichten schrieb man von rechts nach links in einer Art Schnellschrift der Hieroglyphen, dem Hieratischen. Später entwickelte man die demotische Schrift, die man noch schneller schreiben konnte als Hieratisch. Sie wurde meist für Urkunden gebraucht. Mit der Eroberung Ägyptens ging die alte Kultur langsam unter, und auch die Hieroglyphenschrift geriet in Vergessenheit.
Erst 1808 gelang es dem Franzosen Champollion die Hieroglyphen mit Hilfe des „Steins von Rosetta“ zu entziffern. Auf diesem Stein stand ein Text in Hieroglyphen-Schrift und in griechischen Schrift. Damit konnte er von der bekannten griechischen Schrift aus die unbekannten ägyptischen Hieroglyphen entziffern.